Waldeck. Große Skepsis herrschte bei vielen Menschen schon im letzten Jahr bei der Vorstellung der Pläne für eine neue Seilbahn, die vom Edersee hoch nach Waldeck führen sollte. Die neue Trasse sollte dabei den frisch in den Nationalpark integrierten Schlossberg queren, an dem auch noch ein hoher Mittelmast in den Wald gebaut werden sollte. Landrat Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Frese hatten sich im Herbst medienwirksam für die neue Seilbahn stark gemacht.
In der Beantwortung einer Anfrage von Dr. Peter Koswig (Grüne) in der jüngsten Kreistagssitzung berichtet die Verwaltung nun, dass diese Trassenführung nicht genehmigungsfähig sei. Im Wortlaut berichtet die Kreisverwaltung: „Jedoch wird die Errichtung eines solchen Mastes mitten im Schlossberg, so wie bisher über die Medien kommuniziert, in jedem Fall nicht genehmigungsfähig sein, weil eine solche Trassenführung nicht im Einklang mit der Nationalparkverordnung steht.“ Dies führt zum Aus für die im Herbst vorgestellte Trasse.
Die Naturschutzverbände und Grüne Kommunalpolitiker hatten schon kurz nach Bekanntwerden der Pläne deren Genehmigungsfähigkeit bezweifelt und waren befremdet vom Vorgehen der Kreisspitze.
„Es freut uns, dass damit das Projekt mit der umstrittenen Trassenführung vom Tisch ist. Es bleibt fragwürdig, warum im Herbst sowohl Landrat Kubat als auch Erster Kreisbeigeordneter Frese sich derart vehement für den Investor eingesetzt und „ausdrücklich“ das „innovative Projekt“ befürwortet haben und „unterstützend begleiten“ wollten. Denn schon damals war klar, dass sowohl Nationalparkverordnung als auch das strenge europäische Naturschutzrecht dem gegenüberstehen“, so der umweltpolitische Sprecher der Kreistagsgrünen Dr. Peter Koswig.
Auch der Grünen-Ortsverband Waldeck nimmt die Nachricht vom Trassen-Aus mit Erleichterung auf.
Jürgen Schanner, Fraktionsvorsitzender der Waldecker Grünen resümiert: „Es gibt weitaus bessere Ideen, einen „sanften Tourismus“ in Waldeck und am Edersee zu entwickeln.“